#freitagsklatsch 1/52

Tja, da ist er wieder. Der Beitrag, der scheinbar beliebter als der andere Kram ist aber auch genauso viel Unmut verbreitet, sodass Follower mir erfolgen. Aber es geht trotzdem weiter. Während ich gerade lausche, ob der Räuber kein Quatsch auf Klo macht, überlege ich wohin die Reise gehen soll. Denn so ganz bei mir bin ich noch nicht. Das jüngste Ereignis hängt mir schwer nach. Ich kann noch nicht darüber sprechen, geschweige schreiben. Nicht nur, weil meine Schwiegereltern es zu ihrem Hobby gemacht haben, ihrem Mittleren das Leben zu nehmen – das ist genau so wie ich es schreibe! – sondern auch, um uns einfach vor äußerem Eingreifen zu schützen, weil keiner von uns so recht weiß, wohin die Reise geht und wie viele von uns die Zelte abbrechen.

Und, weil mir etwas extrem sauer aufstößt, fange ich damit auch gleich an: die meisten hier sollten ja mittlerweile wissen, dass es mir wichtig ist die Kinder so frei von Gewalt wie nur irgendwie machbar und schaffbar zu erziehen. Schreien ist auch Gewalt. Bestrafung ist ausüben von Macht. Belohnungen zeigen auf wie richtig oder falsch ein so kleiner Mensch ist. Und ja, auch mir gelingt es des öfteren wirklich schlecht nicht in meine anerzogenen Muster zu verfallen und beim xten Mal „Hör auf, auf deine Schwester zu springen. Du verletzt sie sonst.“ noch genauso ruhig zu sein wie beim ersten Mal. Etwas wichtiges ist, dass man sich bewusst macht, das das so ist und vor allem, dass es absolut verkehrt ist und man an sich arbeiten muss. Nennt man reflektieren. Deutlich besser als sich hinter Floskeln zu verstecken, dass das früher ja auch so war und niemandem geschadet hat.

Hier setze ich an: anerzogene Muster und Verhaltensweisen. Das mache ich, weil mich das Nesthäkchen der Schwiegerfamilie rügen wollte, dass die Erziehung ja völlig in Ordnung war und ich mal wieder stutzig wurde, während ich in meinem völlig aufgelösten Zustand mit zwei quengelnden Kindern an den Hacken wieder dieses Genöle um das „Hat sie denn wenigstens Guten Tag gesagt?“ hörte und mir da wieder einmal klar wurde, dass Menschen so sind wie sie sind, weil sie es ganz oft nicht besser wissen.

Einmal davon abgesehen, dass mir ein Gruß völlig egal ist, wenn mein 7 Monate junger Räubi vor Hunger im Garten schreit und ich es wichtiger empfinde, die Milch noch mal abzukühlen und meine Schwiegereltern zwei Minuten auf einen Gruß warten müssen. Oder mir die Sorge um meinen Mann wichtiger ist, als ein ungeliebtes Familienmitglied zu grüßen, dessen Zugehörigkeit mir ja nun schon vor zwei Jahren abgesprochen wurde, weil nicht jeder zum ersten Geburtstag eines Kindes eingeladen wurde, mit dem man nicht blutsverwandt ist – ja, solche Sachen darf ich mir anhören … – es ist zum davon laufen, welch krankhafte Vorstellung in Köpfen verankert ist, die einen Menschen zerstören, dem sie selbst das Leben geschenkt haben.

Und ich versuche einmal anhand dieses lebhaften Beispiels zu erklären, was da vor sich geht. Klar, die genauen Umstände sind mir nicht bekannt und letztendlich bleiben es Mutmaßungen, die auf einige Einzelheiten basieren, deren Fakten ich mir nun (im Laufe der Woche) zusammen suche und jedem zur Verfügung stelle.

Ich fange mit dem hier schon öfter erwähnten Narzissmus an. Ich meine damit nicht dieses politische Ding, sondern eine Art des Umgangs mit anderen Menschen, meistens in der Beziehung zwischen Eltern und Kind. Ganz simpel geschrieben ist ein Narzisst ein Ich-Mensch. Niemand und nichts ist gut genug. Und dementsprechend zeigen sich diverse, krankhafte, nicht gesellschaftsfähige Verhaltensmuster. Dieser Link gibt einen guten Einblick darin, was man darunter genauer verstehen kann. Sehr passend finde ich in unserer Situation, dass ein Narzisst sich in der Regel anderen gegenüber so verhält wie er oder sie selbst nicht behandelt werden wollen. Ich muss den Finger in die Wunde drücken und noch einmal daran erinnern, dass eine Mutter es wichtiger findet angemessen begrüßt zu werden anstatt sich um das eigene Kind zu sorgen. Würde ICH das so erwarten, dann müsste ich mir wohl wieder etwas anhören, was mir berechtigter Weise nicht gefiele.

Ich erinnere mich an den Geburtstag von vor zwei Jahren, als mein Mann nichts anderes als einen Kamin wünschte. Am Ende saß ich an dem sehr schönen Esstisch aus Vollholz und durfte mir anhören wie widerlich es sei an diesem Tisch sitzen zu müssen. In unserem Zuhause! Von Menschen, die sich selbst auf unbestimmte Zeit eingeladen haben! Letztendlich nur, weil ich den Einwand brachte, dass ein neuer Tisch und neue Stühle absolut gar nicht nötig waren und Möbel durchaus auch Gebrauchsspuren haben dürfen. Als ich mich für meinen Einwand entschuldigte, durfte ich mir dann anhören, dass ich mir erst einen Stellenwert erarbeiten muss, um so viel Geld wie mein Mann zu bekommen. Bah, ich war ja so baff wie man plötzlich von einer nicht notwendigen Anschaffung auf Geldgeilheit kommt, wenn man doch eigentlich bemüht war das Geld sinnvoll einzusetzen. Vor allem ging es darum wie viel Wert ein einzelner Mensch, den man nicht kennt, überhaupt ist. Nämlich im Vergleich zu sich selbst NICHTS.

Der Wutausbruch bei uns in der Küche und diese Form der Bewertung gaben mir zu denken. Ich zog Einladungen zur Taufe zurück, um meiner Familie diese Demütigung zu ersparen und meinen Mann nicht zwischen die Fronten zu schicken. Denn etwas Entscheidendes haben betreffende Schwiegereltern nicht begriffen: sie waren nicht erwünscht. Nicht einmal von ihrem eigenen Sohn. Dieser verkroch sich nämlich auf Arbeit und nahm erst nach einem eskalierten Streit Urlaub, um mich nicht allein in dieser Situation zu lassen und uns stattdessen einsackte und Erledigungen machte.

Um noch einmal den Wert eines Menschen zu verdeutlichen: ich sah wie das Herz meines Mannes in tausend Stücke zerbrach als seine Mutter neben ihm sitzend in der dritten Person von ihm sprach. Der Schmerz in seinen Augen ist mir mittlerweile vertraut. Und es hat wirklich eeeewig gedauert bis mir mein Mann anvertrauen konnte, warum seine Mutter seit Jahren auf eine Entschuldigung wartet, weil sie sich als Mutter beweisen musste.

Als er mir endlich erzählte, was für eine lächerliche Jugendsünde da im Raum steht, konnte ich es nicht fassen. Denn eigentlich reißt doch jeder von uns im Laufe der Pubertät eine mehr oder weniger dumme Sache und blamiert seine Eltern bis aufs Mark. Einmal davon abgesehen, dass Hormone und die Entwicklung in der Pubertät – cool sein gegenüber Freunden, das Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit – viel dazu beitragen, ist auch eine gestörte Eltern-Kind-Beziehung ein Grund für diverse Fehlverhalten. Und man macht es nicht besser, indem man sämtliche Schuld auf ein Kind abwälzt, welches eben nicht besser wusste, was es tat. Auch als Mutter oder Vater sollte man überdenken, ob man alles richtig gemacht hat. Ob der xte Wutanfall des Vaters nicht doch zu viel war oder die Mutter vielleicht weniger arbeiten und dafür mehr für die Kinder da sein sollte, anstatt sie einfach laufen zu lassen.

Heute nennt man das übrigens Laissez faire und ist eigentlich nichts anderes als seelische Verwahrlosung eines Kindes.

Es wird auch nicht besser, wenn man sein erwachsenes Kind anderen gegenüber demütigt, es als Nichts bezeichnet, den Lebensweg nicht akzeptiert und andere dazu missbraucht!!!!! um dem eigenen Kind psychische Schmerzen zuzufügen. Und natürlich entsteht so etwas daraus, wenn man der eigentlich nicht wohl gesonnenen, ehemaligen Schwiegertochter plötzlich Geld zuschustert, damit das Enkelkind nicht zum Vater kommt, sondern weiter verwahrlost bzw. lebenswichtige Medikamente nicht bekommt, weil man sich nicht dazu erniedrigen kann zuzugeben, dass man dieselben Fehler wie vor einiger Zeit erneut macht. Stattdessen lässt man eine völlige Entfremdung zu und unterstützt dies tatkräftig. Ob das nun daraus resultiert, dass man mit den Widerworten der neuen Schwiegertochter nicht klar kommt und eine erneute Scheidung erzwingen möchte, ist mir dabei gerade völlig egal.

Eine psychische Erkrankung bleibt eine psychische Erkrankung.

Ich wollte mal Psychologie studieren. Gern auch nachträglich. Aber dann kam unsere Tochter zur Welt und alles verschob sich. Mir reicht es nun, wenn ich immer wieder quer lese, Fachleute zu Rate ziehe und immer Mal wieder einen Happen an euch – das lesende Volk werfe. Vielleicht kann man damit ein Umdenken bewirken. Auch, wenn ich glaube, dass es bei einigen zu spät ist und ich mir schon die schrecklichsten Gedanken zu dem Moment mache, wenn einer von beiden ins Gras beißt. Ich beneide mich jetzt schon sehr. Ich alter Egoist hoffe, dass es an den Kindern vorbei geht. Wo keine Großeltern sind, kann auch keine Oma oder kein Opa sterben.

Aber es bleibt ein Mann zurück, der derartig psychisch misshandelt wurde und ein Elternteil verliert, dass er die letzten Jahre nur noch gehasst hat. Ein Mann, dessen Augen wieder voller Kummer und Schmerz sein werden und der wohl genau deswegen niemals ans Grab treten werden kann. Nun gut, das ist mein Bauchgefühl – bisher hatte ich damit recht. In ALLEM. Ob es tatsächlich so sein wird – wir sprachen diese Woche darüber – wird sich zeigen, wenn der erste Tag dazu gekommen ist. Insofern mein Mann nicht vor seinen Eltern geht/gehen will. Und ich kann das so gut verstehen, dass es mich so furchtbar wütend macht.

Es macht mich so wütend, dass ich so geheuchelte Weihnachtsgrüße niemals als das anerkennen werde, was sie vielleicht sind, weil es mir nicht in den Sinn kommt, dass eine ganze Familie einen Menschen so gegen andere ausspielen muss, weil man selbst einfach nur gekränkt ist.

Ich schweife ab. Und wollte eigentlich eine andere Message bringen. Die nächsten Wochen werde ich das Thema Familie wohl noch zerreißen. Ich denke, das ist wohl MEIN guter Weg, um das alles irgendwie schlucken zu können, damit ich den Tag mit den Kindern schaffe und wenigstens eine kleine, reelle Chance auf das Fortbestehen dieser Ehe besteht. Wer sich daran stört, sollte wohl erstmal einen Bogen um den Blog machen. Ach, und ganz nebenbei: ICH entscheide, welche Kommentare ich HIER freischalten möchte. Macht euch also nicht die Mühe …

Eventuell muss ich diesen in naher Zukunft auch aufgeben. Als Websitenbetreiber muss ich eine ladungsfähige Adresse angeben. Da diese auf gar keinen Fall bestehen bleibt, weil Zelte abbrechen und so – wenn ich kein geschäftliches Bloggerasyl bei jemandem bekommen kann, dann möchte ich eine neue Adresse nicht veröffentlichen. Es reicht, dass man bis hier hin immer wieder diverse Leute in der Nähe umher fahren sieht – eine Bannmeile wäre wohl deutlich besser gewesen als Hausverbot. Also genießt die letzten Beiträge oder freut euch – ja, auch ihr Gesindel. Soll euch das Essen im Hals stecken bleiben oder der Mercedes im richtigen Moment von der Straße abkommen! Viele Familienmitglieder hätten dann endlich ein deutlich besseres Leben … und müssten dann aufgrund der psychischen Gewalt nicht mehr einnässen oder Geld klauen.

#mehrpsychologiefüreinebesserewelt #fürunserekinder

Hier zwei der drei Geschwisterkind beim Geschenke auspacken mit Papa, die auf unterschiedliche Art miteinander verwandt sind. Aber das gilt wohl nur für uns so.

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