#freitagsklatsch

Wer immer noch nicht verstanden hat, dass der #freitagsklatsch MEINE Plattform für meine Gedanken, Gefühle und der Wahrheit ist, der braucht freitags einfach nicht vorbei schauen. Es ist überaus beschämend, dass eine Mutter – davon gehe ich aus, wenn sie sich ‚Mama‘ nennt – meint, dass das sinnlos sei. Mag sein, dass sie der Meinung ist. Das ist auch völlig okay und akzeptabel. Für andere und mich ist es aber nicht sinnlos. Und deshalb sind solche Kommentare nicht erwünscht. Jeder hat die Möglichkeit das rote X zu drücken und genau das erwarte ich auch.

Denn niemand von denen, die das hier gern lesen, kann einen weiteren Post gebrauchen, in dem man anderen zuckersüßen Honig um’s Mundwerk schmiert und lügt, dass die Balken schon derbe krachen. So what – hier zeige ich mit dem nackten Finger auf beknackte Leute 😘  … wenn ich so richtig Lust darauf habe.

Ich könnte zig Beiträge über die Misshandlung der Bonustochter oder diesem nutzlosen Jugendamt schreiben. Über die geile Anwältin, die tatsächlich ihre Berufung gefunden hat. Ich könnte über meine Mutter schreiben, die nach all den Jahren immer noch nicht begriffen hat, dass sie immer und immer wieder dieselben Fehler macht. Ich könnte meine Schwiegereltern zerreißen, weil sie sich wirklich abartig Verhalten und sich immer mit dem verbünden, der gerade die Bonustochter – übrigens nicht ihr einziges Enkelkind, sondern das dritte – in Betreuung haben. Nur, um … tja, wahrscheinlich zu erzwingen, dass ihr Sohn nachgibt, wo er sich doch bemüht hatte und trotzdem einen Arschtritt nach dem anderen bekam, weil seine Entscheidungen nicht gut genug waren.

Aber heute … heute kommt mir in den Sinn, dass ich ein wenig von unserer Tochter berichte, die einen seltenen Gendefekt (Williams-Beuren-Syndrom) hat. Gestern postete eine Mutti eines gerade zwei gewordenen Jungen ein Video, der nun seine ersten Schritte ohne Hilfe macht. Das ist schon ein sehr guter Schnitt, wenn man weiß, dass viele eher die Tendenz des Laufen könnens zum dritten Geburtstag haben.

Vor einem Jahr noch weinte ich so viel, weil alles so ungewiss war, mit einem dauerhaft schreiendem Baby und dieser Diagnose. Ich weiß, dass wir den Termin der Humangenetik am 18. Oktober hatten und mit dem ersten Blick auf ihr Gesicht bereits klar war, dass wir uns schon damit anfreunden sollten. An dem Tag war ich gefasst. Meine Gedanken waren klar. Es war für mich okay und eigentlich wusste ich es schon eine Weile – denn auch mir entging die typische Gesichtsmorphologie nicht. Die beiden Großen spielten im Wartezimmer während die Tür zum Arztzimmer offen stand. Einer von uns tingelte immer wieder zwischen den Kindern und dem Gespräch mit dem Doktor hin und her. Bereits am nächsten Tag – ich saß gerade im Arbeitszimmer und ging meiner Arbeit nach – kam dann auch der Anruf mit der offiziellen Bestätigung des FISH-Tests.

Nun, niemand von uns hat jemals damit gerechnet, dass sie drei Tage nach ihrem ersten Geburtstag einfach los krabbelt. Ich hatte mich morgens fertig gemacht, während Papa die Kinder hütete. Schon da soll sie wohl immer mal wieder 3-4 vorsichtige Krabbelschritte gemacht haben. Kaum hatte ich sie für die Physio entkleidet und auf den Boden gesetzt, legte sie einfach los. So bunt und fröhlich, quietsch vergnügt – ich war einfach nur baff. Klar, ich hatte es aufgrund der vorherigen Entwicklung geahnt – vielmehr einfach nur gehofft -aber es war trotzdem nie so greifbar wie an diesem Tag.

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Nun ist sie 15,5 Monate jung. Ich erinnere mich, dass der Räuber und ich in dem Alter beim Auto fahren erzählt haben. Wir sind Tiergeräusche durchgegangen. Er konnte sich schon verständigen. Unsere Tochter kann jedoch nur ab und an ein quasselndes daidaidai heraus bringen. Sie beginnt also nun zu lallen. Für gewöhnlich beginnt das das erste Mal mit drei Monaten. Motorisch allerdings ist sie anderen WBSlern schon weit voraus. Sie stellt sich einfach hin …. und steht. Gerade. Immer wieder sieht es so aus, als würde sie jeden Moment loslaufen. Aber bei genauer Beobachtung sieht man, dass sie das nicht kann. Ihre Muskeln sind zu schwach. Ihr ganzer Körper ist angespannt und steif. Es ist aber zu erwarten, dass sie noch vor ihrem zweiten Geburtstag laufen wird.

Es hat lange gedauert, bis mich diese Trauer, die mich jeden Tag füllte, endlich losgelassen hat. Ja, es hat lange gedauert bis ICH endlich loslassen konnte. Wir merken eben auch, dass der geistige Entwicklungsrückstand immer größer wird. Das ist natürlich das, was uns prophezeit wurde und typisch ist, da die meisten zwar ein normales Leben führen können aber eben nicht eigenständig. Das ist mittlerweile okay. Denn dieser Sonnenschein ist ein so wunderbarer Mensch, dass ich mir ganz sicher bin, dass sie ein für sich erfülltes Leben führen wird.

Mit dieser erlösenden Erkenntnis ist das Leben einfacher, fröhlicher, gelassener. Dinge, die uns vorher weh taten, können mir nichts mehr anhaben. Menschen, die nicht anders können als ihre zwanghafte Widerlichkeit anderen aufzudrücken, sind einfach stumm für meine Ohren. Denn das Leben bietet so viel mehr als das, mehr als euch.

Und genau deshalb verbringen wir heute einen tollen, langen Freitag. Bis der Papa wieder da ist. Und dann träume ich schon einmal von Weihnachten in Portugal. Oder Griechenland. Vielleicht auch Südspanien? Ich hoffe ihr Meck-Pommler hattet bis hier hin schöne Herbstferien? 😘

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