#freitagsklatsch

Die Nächte sind kurz, die Tage sehr lang. Die Frühaufsteherin schafft es aktuell auf durchschnittlich halb 5 Uhr morgens. Unabhängig von der Zu-Bett-geh-Zeit und dem Schlaf tagsüber – der übrigens immer dann stattfinden muss, wenn ich mich nicht mit Tragetuch hinlegen kann.

Jetzt gerade kommt sie mit ihrem überlangen Schlafsack mühselig an die Couch gerobbt, macht hmmmmhmmmm, um ihren Unmut auszudrücken, dass das anstrengend ist und sie sich wieder wie ein kleines Äffchen an mich klammern möchte.

Und dann hält sie mir ihre Schnute entgegen, in der Erwartung, dass ich ihr einen Knutsch gebe. Der Moment, wo man diese frühe Zeit ganz schnell wieder vergisst. Das Los einer Mutter.

Folgendes liest sich mit viel Sarkasmus am besten: Denn Eltern sind ja immer arm dran. Kinder, die mit Absicht so früh aufstehen, um ihre Eltern zu ärgern. Sie hauen die Geschwister, weil sie Aufmerksamkeit wollen und andere gern unterdrücken. Ständig stellen sie irgendeinen Blödsinn an wie Klopapier abrollen, Sachen mutwillig zerstören anstatt sanft und harmonisch damit zu spielen – nein, es wird immer durch die Gegend gepfeffert und darauf herum gekloppt. Man muss sich Beleidigungen anhören wie Halt die Fresse! Du bist doof! Hau ab! und anderes – je nachdem, was diese Rotzlöffel aus dem Umfeld oder der Kita mitnehmen.

Letztendlich bleibt einem nichts anderes übrig als es ihnen auszutreiben. Klar, ganz oft denkt man an einen Exorzismus aber woher kriegt man den entsprechenden Fachmann? Ins Zimmer einsperren hilft schon einmal. Damit sie sich da so richtig ausbocken können. Denn solange sie die Füße unter unserem Tisch haben, haben sie das zu machen, was man als Erwachsener sagt. Wer bis hierhin ernsthaft bestätigt, dem kann ich nur entgegnen:

Hau ab, du Narzist!!!

Denn nichts anderes bist du! Ein ganz klarer Fakt ist schon einmal, dass Kinder, die hauen, beißen, kratzen in der Regel überfordert sind von der Flut an Gefühlen, von der sie regelrecht überrollt werden. Man kann das Gehirn grob in zwei Bereiche aufteilen: das emotionale (ältere) Gehirn und das kognitive (jüngere) Gehirn (nachzulesen in dem Buch: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn). Zu viele Gefühle bedeutet eine Kurzschlussreaktion, weil das kognitive Gehirn nicht mehr reagieren kann und das emotionale Gehirn den Notfallplan einleitet, um ein Ventil dafür zu suchen. Das muss schnell und recht simpel erfolgen und endet dann so wie beschrieben.

Bei Erwachsenen kann man das auch ganz wunderbar beobachten, wenn ähnliches eintritt: der Partner geht fremd oder führt eine ähnlich schwerwiegende Handlung durch. Der geschädigte Partner dreht durch. Warum? Es schießen so viele Gefühle ein, teilweise kontrovers. Das kognitive Gehirn hat für so eine Situation noch keinen Plan parat, weil man so etwas noch nicht erlebt/durchlebt hat – die Erfahrung dazu fehlt. Es kommt wieder dazu, dass das kognitive Gehirn ausschaltet – der Verstand – und das emotionale Gehirn übernimmt. Es werden Tassen und Teller geworfen, gehauen und geschrien. Dafür hat man natürlich Verständnis, weil jeder so reagieren würde.

Für Kinder und ihre ganz simplen Belange hat man kein Verständnis. Sie Nerven, weil sie permanent an einem zuppeln und ziehen. Sie wollen dies und ein paar Minuten später jenes. Und neben den Geschwistern, dem Haushalt, der Gartenarbeit, Terminen *räusper* oder wohl eher dem ständigen auf’s Handy Gestarre, kann man doch nicht immer und immer wieder kleinen Menschen, die man in die Welt gesetzt hat, die Aufmerksamkeit geben, die sie benötigen und verdient haben.

Es ist einfach so erschreckend, was man alles erlebt. Allein die Wartezeit beim Kinderarzt – da besetzt eine Mutter mit ihrem Hintern einen Kinderstuhl, spielt mit dem Smartphone umher und ihre Tochter jammert, weil ich mich mit der Mausi ebenso auf einen Kinderstuhl setzte, damit sie mit der Motorikschleife spielen konnte. Es war nämlich kein Kinderstuhl mehr frei, weil die anderen beiden von Kindern besetzt waren. Die Mutter hätte sich allerdings wie alle anderen Eltern auf einen der Wartestühle setzen können. Sie ist nicht einmal für ihre Tochter aufgestanden. Stattdessen habe ich das dann gemacht und der Mausi die Möglichkeit zum Spielen genommen. Allein kann sie das nämlich nicht.

Letztendlich war es mir wirklich zu doof, sodass wir dann einfach auf dem Flur gewartet haben. Da habe ich dann aber die nächste Katastrophe erlebt. Und ich frage mich, warum Erwachsene Kinder in die Welt setzen, um ihnen zu sagen, dass sie doof sind oder sie im Spiel einfach aus Spaß durch die Gegend zu schleudern.

Aber auch Eltern, deren Kinder erwachsen sind, machen es nicht besser. Sie belügen ihre Kinder, hintergehen sie. Sie missbrauchen andere Kinder, um den eigenen, erwachsenen Kindern wehzutun. Denn Narzismus in der Erziehung endet erst, wenn man selbst erkennt, was völlig verkehrt läuft. Da nützt es nichts, wenn man die Schuld der eigenen Fehler bei anderen sucht.

Das Leben ist schon nicht einfach. Erstrecht nicht in der heutigen Zeit der Konservierungsstoffe, Diagnosen und Skandale. Und gerade muss ich so lachen, weil der Räuber mich fragt: Was war die Ursache, Mama? Wahrscheinlich meint er das Tröten, dass einfach so ertönte. Ich hab da schon so eine kleine Intelligenzbestie 😉

Und als gute Tat für einen Freitag, den 13. habe ich einen keimenden Apfelkern eines Pink Lady Apfels eingepflanzt – in der Hoffnung so einen tollen Apfelbaum im Garten stehen haben zu können.

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