#freitagsklatsch

Während ich hier so in der Küche sitze, den Nachbarn beim Schieben zusehe, der Wind die letzten Kastanien vom Baum rüttelt und die rosa blühende Kletterrose die letzte, intensive Farbe im Garten ist, bevor der Herbst so richtig kalt und grau wird, lasse ich das letzte Jahr Revue passieren.

Es sind nur noch ganz wenige Wochen bis zum dritten Geburtstag des Räubers. Die Mausi fängt nun an zu laufen – mit ihren fast 16 Monaten viele, viele Monate eher als andere Kinder mit dem Williams-Beuren-Syndrom. Ein Mensch nimmt absolut gar nicht mehr an unserem Leben teil – die Bonusschwester des Räubers und die Halbschwester der Mausi. Ein gleichwertiges Familienmitglied. Weil unser System in diesem Rechtsstaat nicht funktioniert. Weil Erwachsene Kinder missbrauchen, um andere Erwachsene zu quälen. Ihnen seelische Schmerzen zuzufügen.

Mich hat es gestärkt – ich weiß, was ich will und was ich leisten kann. Meinen Mann hat es gebrochen. Wie soll es auch anders sein, wenn an sich zum augenscheinlichen Wohl des eigenen Kindes komplett heraus hält, nur, um dann festzustellen, dass sie nun nicht mehr seelisch misshandelt wird, sondern auch körperlich. Und plötzlich schwirren viele Fragen im Kopf, viele Wege, die sich auftun. Aber auch ganz viele Erwachsene, die sich an diesem Missbrauch bereichern wollen, treten in unser Leben und schaden unseren Kindern.

Abzuwägen, welche Kämpfe man ausfechten kann, welche Kämpfe alle Kinder noch tragen können, ist sehr schwierig. Klar, es gibt Lösungen, bei denen jeder Kompromisse eingehen muss und, die den Kindern gut tun würden. Aber natürlich ist das nicht im Sinne der Macht besessenen Personen. Um etwas anderes geht es mittlerweile nicht mehr.

Loslassen ist ein sehr schmerzhafter und schwieriger Schritt. Wir kennen ihn ja bereits. Aber es ist auch ein Stück Verantwortung übernehmen – für Machbares und Unmögliches. Für den Missbrauch anderer. Für das Wohl aller – auf langfristige Sicht gesehen.

Im letzten Jahr hat sich auch noch einmal ganz deutlich herauskristallisiert, welchen Menschen wir vertrauen können und welche Menschen wir gänzlich aus unserem Leben entfernen. Mit allem. Mit Bildern. Mit Höflichkeiten, die der Tradition bedingt trotz allem noch eine Weile fortgeführt wurden. Mit jeglichem Respekt ihnen gegenüber, den sie schon lange nicht mehr verdient hatten. Die Arroganz dieser Worte – MEINER Worte! – mag dem einen Sauer aufstoßen, den anderen zu Trotzreaktionen bringen und der anderen – klügeren – einleuchten. Familie ist nicht nur Familie und Freunde sind nicht nur Freunde. Es gibt nur DIE Familie und die wahren Freunde. All jene, auf die man sich verlassen kann – ganz ohne Erpressung und Bevormundung mit einer Menge Akzeptanz und Freiheit.

Das Leben ist nicht leicht. Das wissen wir alle. Doch wir ganz allein entscheiden wie schwer oder leicht es sein soll. Wir wählen unsere Wege, die wir meistern wollen und können. Ob nun mit Person XYZ oder ohne Hans Wurst – letztendlich hat sich jeder selbst zuzuschreiben, ob man mit ihnen in Beziehung stehen möchte oder nicht.

Ein gut gemeinter Rat: Kinder sind ganz oft mit Dingen und Menschen glücklich, mit denen man selbst definitiv nicht glücklich sein würde. Thema Akzeptanz und Toleranz.

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Im übrigen ist es schon ziemlich makaber, dass ich Ärzte und Krankenhäuser abgrundtief hasse und meide, wir aber mit unserer Tochter quasi Dauergast dort sind. Wie absurd es doch ist, dass man mit starrer Medizin konfrontiert wird, das Individuum Kind nicht respektiert wird, man übergriffig handelt und die Befugnis in Bereiche überschreitet, die einen eigentlich in den Knast bringen müssten. Hey, nicht WIR sind nachlässig in der Gabe wichtiger Medikamente oder versäumen U-Untersuchungen und Impfungen, weil wir unser Leben nicht auf die Reihe bekommen. Im Gegenteil, wir wägen sehr kritisch ab, disponieren um und gehen Wege, die die wenigsten Eltern gehen, weil sie Angst davor haben, dass sie ausgegrenzt werden. Aber: dem Kind geht es damit besser und wir kommen unserer Verantwortung und Fürsorgepflicht nach. Und zwar in einem gesunden Rahmen, der alle Rechte bewahrt und alle Pflichten erfüllt.

Aufgrund von Husteritis und Rüsselrotze ist es diese Tage etwas ruhiger. Ich möchte aber schon einmal fleißig die Trommel für Sonntag klopfen. Mir steht im Sinn eine Beitragsreihe zu eröffnen, die unter dem Hastag #starkemütter laufen soll, zu der ich liebend gern Gastbeiträge wünsche. Dazu erkläre ich Sonntag mehr. Ich krieche gerade auf die Knie und bitte euch darum, dass ihr teilt und weitersagt. Meldet euch – anonym, mit Namen via Mail und schreibt mir eure Geschichte. Erreichen möchte ich, dass ihr andere wach rüttelt, ihnen Mut macht und neue Wege aufzeigt. Wie bereits geschrieben: Sonntag erkläre ich ausführlicher. Bis dahin! Ach … und piesch nich inn – es sei denn, du brauchst es für die Pflegestufe (mittlerweile Pflegegrad) – geklaut von einem Radiosender, dessen Name mir gerade nicht in den Sinn kommt.

 

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