#freitagsklatsch

Puuh … Ich muss ja schon sagen, dass es nicht gerade einfach ist eine Kita zu finden, deren Konzept so ziemlich dem nahe kommt, was man selbst als Erziehung in den Alltag einfließen lassen möchte.

Noch viel schwieriger ist es, den entsprechenden Erziehern begreiflich zu machen, dass ich ihnen keinen Karl überlasse, sondern einen wirklich speziellen Räubi. Eins stand für mich immer fest: kann ich nicht darauf vertrauen, dass es ihm dort wirklich gut geht, esse ich lieber jeden Tag nur noch Brot und betreue ihn daheim. Kita ist nicht nur das, was unseren Kindern soziale Kontakte ermöglicht – ja, denn welche Mutter betreut ein dreijähriges Kleinkind Zuhause, wenn es Mode ist, die Kinder mit dem ersten Geburtstag in die Krippe zu stecken – Ganztags!!! – es ist laut und es bleibt oft wenig Raum für individuelle, oft auch spezielle Bedürfnisse. Und wer sind wir, dass wir uns einfach quer stellen und erwarten, dass sie das unbedingt aushalten müssen, weil es nicht anders geht?

Hat jemand das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ gelesen? Dort wird wunderbar erklärt wie das Gehirn eines Kindes aufgebaut ist und funktioniert. Dabei wird auch dieses geniale Beispiel des Schreien lassens erklärt.

Ich finde es also schon sehr abstoßend und als großen Vertrauensbruch, wenn Erzieher daher reden, dass man sich ganz schnell verabschieden soll, das Trösten des weinenden Kindes unterlassen solle, weil sie sich danach ja schnell beruhigen. Das einzige, was diese Situation allerdings anrichtet, ist, dass die Kinder nicht mehr darauf vertrauen können, das ihre liebsten Menschen immer für sie da sind. Und ja, unsere Kinder brauchen uns, unsere Nähe und ganz viel Liebe, wenn sie weinen und uns vermissen, obwohl wir noch nicht einmal Tschüss gesagt haben. Der Kaiserschnitt wird ja auch so verteufelt, weil es genauso abläuft: das Kind wird ohne jegliche Vorbereitung aus dem Mutterleib entrissen und hat bereits da schon den Nachteil, die Hormonausschüttung einer normalen Geburt nicht bekommen zu können, was eben auch dazu führt, dass sie sich deutlich später lösen können und viel Körperkontakt benötigen. Nicht anders ist es, wenn eine Erzieherin schon ziemlich entnervt und vorwurfsvoll das Kind aus den Armen der Mutter nimmt.

Ich könnte mich natürlich auch noch weiter darüber monieren, dass es tatsächlich Eltern gibt, die lieber abwarten und ihren Kindern die Möglichkeit auf Therapien und anderes verwehren, einfach, weil es ja normal sein könnte, dass sie dies und jenes nicht können und XYZ Probleme mit sich bringen. Solche sind mir ja besonders lieb. Und ja, deshalb muss ich das Thema wechseln und darauf umher reiten – mein Mann kann gerade nicht herhalten. Der hat Materialermüdung und ist Dauergast beim Doc. 😉

Nein, im Ernst. Als Mutter einer behinderten Tochter und eines schon eher auffälligen Sohnes kann ich wirklich nur raten rechtzeitig von Experten abklopfen zu lassen, ob das jeweilige Kind gesund ist oder vielleicht doch so speziell, dass man einen anderen Weg einschlagen muss. Alles andere ist dem Kind gegenüber einfach nur unfair. Dabei geht es nicht darum, dass man unbedingt einen Stempel aufdrücken muss oder Panik macht. Es geht darum, dass das Kind die Chance hat, so früh wie möglich die nötige Unterstützung zu erhalten, um mitunter Entwicklungsrückstände klein zu halten oder aufzuholen. Je länger man damit wartet, umso größer wird der Rattenschwanz dazu und zieht sich mitunter in die Schulzeit.

Mein Mann sagte – insbesondere vor einem Jahr als es wirklich schlimm war – dass wir Eltern die einzigen sind, die für unsere Kinder kämpfen. Bin ich also nicht in der Lage die Verantwortung für die Entwicklung meines Kindes zu übernehmen, weil ich lieber abwarten möchte – könnte ja auch in den nächsten Wochen von jetzt auf gleich anders werden – dann verwehre ich meinem Kind die Chance auf ein normales Leben. Denn Hand auf’s Herz: Therapien sind kein Spaziergang aber ein sehr guter Weg, dass unsere Kinder in ihrer Entwicklung gestützt werden.

Wisst ihr, Kinder können wirklich gemein zueinander sein. Und spätestens mit Schulbeginn kann es jeden treffen. Habe ich bis dahin die Verantwortung nicht übernehmen können, dann lenke ich das Leben meines Kindes in Bahnen, von denen man niemals gedacht hätte, dass es sie gibt. Und jeder sollte sich an dieser Stelle fragen, ob er oder sie genug für das eigene Kind tut. Das lässt sich übrigens auf jeden Lebensbereich beziehen. Denn die Eltern-Kind-Beziehung ist ja eine Basis, die niemals endet. Auch, wenn ich meinem erwachsenen Kind alberne Vorwürfe mache und Vorschriften über den zu bestreitenden Lebensweg.

Für meine Begrifflichkeiten missbrauchen Eltern ihre Position und wundern sich dann, wenn ihre Kinder – auch erwachsen – nicht kooperieren. Wie denn auch? Was ist das für eine Basis, wenn ich als Mutter oder Vater mein Kind ausnutze? So kann man sich nicht gegenseitig respektieren.

Letztendlich muss das jeder selbst wissen. Euer Versagen bleibt euer Versagen. Daran werde ich ganz sicher nichts ändern. Wie sonst soll ich erkennen können, dass unser Weg der richtige ist? Also, viel Spaß beim weiter versagen!

Und zum Schluss: Ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Kinder in Pontypandy nie zur Schule gehen?

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