#freitagsklatsch

Manchmal kann eine einzige unsichere Umarmung so viel Trost spenden aber auch die größten Hoffnungen nehmen. Abschied nehmen oder Verantwortung übernehmen?

Kennt ihr das salomonische Urteil? Ich weiß noch wie wütend es mich gemacht hat blöde 1,5 Jahre immer wieder die Ohren damit abgekaut bekommen zu haben. Genauso lange hat es auch gebraucht bis unsereiner sich lösen konnte. Die Erkenntnis, sich an Dingen zu klammern, die das Herz so sehr begehrt, loslassen zu müssen, um all das, was einem wichtig war, endlich zu schützen, traf uns mit einer Wucht, mit der keiner von uns gerechnet hat. Ich weiß noch wie wir uns als Versager fühlten und weinten. Es war so, als wäre jemand gestorben.

Und das einzig und allein, weil irgendjemand einfach kein Bock hatte seinen Aufgaben nachzukommen.

Ich muss das so stehen lassen. Manchmal heilt die Zeit alle Wunden. Manchmal aber auch nicht. Jeder von uns hat die Möglichkeit sich für A oder B zu entscheiden. Manchmal hilft es, wenn man über sich hinaus wächst und lernt. Manchmal reicht es einem, wenn man bei sich bleibt und alles andere aus dem Blick verliert, weil es einfacher ist.

Es ist schwer. Das Leben. Mit allen seinen Facetten. Und wir entscheiden, welche davon uns am meisten gefällt. Wir entscheiden, ob wir genau das wollen oder die weniger schöne Vielfalt nehmen. Und dafür dann nicht irgendwelchen unerfüllten Träumen nachhängen müssen, sondern wieder ein Licht am Ende des Tunnels sehen.

Ich kenne eine Mutter, deren beiden älteren Söhne sich dafür entschieden haben beim Vater zu leben. Es kam von heute auf morgen, obwohl der Vater nie wirklich Interesse gezeigt hat. Die Umgänge liefen aber aus Sicht der Mutter hätte alles natürlich besser laufen müssen. Da saß sie nun und musste loslassen.

Als ich davon erfuhr, fragte ich mich sofort wie es mir wohl gehen würde, wenn der Räubi irgendwann so eine Entscheidung treffen würde. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich plötzlich für Bauchweh hatte. Mir wurde schlecht.

Aber ja, ich würde ihn ziehen lassen. Mein Herz würde zerbrechen und die Hoffnung, dass er mich trotzdem regelmäßig sehen möchte und mich an seinem Leben teilhaben lässt, wäre mein einziger Anker.

Irgendwann müsste ich ihn sowieso ziehen lassen. Spätestens dann, wenn er die Schule beendet hat und seinen großen Zukunftsplänen nachgeht. Und das wird genauso wehtun. Aber auch hier wäre meine oberste Priorität, dass es ihm gut geht und er glücklich ist. Das bedeutet eben auch, dass er auch ohne mich täglich an seiner Seite zu haben, seinen Weg findet.

Das Herz und der Verstand – manchmal funktioniert es zusammen, manchmal verrennt man sich in Wünsche und ganz oft arbeiten sie gegeneinander und verklären einem den Blick. Das ist der Moment, an dem man entscheiden kann, ob man ganz tief in den Haufen greifen möchte oder sich schweren Herzens für einen Weg entscheidet, den man eigentlich nicht gehen möchte.

Kennt ihr das? Manchmal ist einfach alles Mist. Aber hey, das ist das Leben. Und wir können nun nackt durch den Wald tanzen oder es einfach akzeptieren.

Ich bin ganz froh, dass ich solche Dinge eigentlich nur ankratze und nicht am eigenen Leib erfahren muss. Das bedeutet aber nicht, dass mich das nicht mitnimmt und mir die betreffenden Menschen nicht leid tun. Und so gern ich auch möchte, die Möglichkeiten zu helfen, sind einfach begrenzt. Es sind andere am Zug ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Und unsereiner einzige Option dies einfach zu akzeptieren und dabei zuzuschauen wie andere Katz und Maus spielen und ihr Leben gegenseitig zerstören und die Menschen um sich herum einfach mit in den Sumpf hinein ziehen werden.

Das Leben ist ganz oft so sonderbar, dass man es gar nicht glauben mag und blind durch die Welt zu laufen die einzige Option zu sein scheint. Ich kann heute nicht einmal irgendeinen Rat geben. Klare Gedanken zu fassen ohne sich von seinem eigenen egoistischen Plan führen zu lassen, ist für die meisten Menschen sowieso unmöglich. Und solange das so sein wird, male ich mir meine Palmen auf meiner eigenen Insel an den Strand, während ich im türkisfarbenen Wasser plansche und von meinem Robinson Crusoe Lager träume.

It’s not that easy peasy. Aber man hinterlässt Spuren im Sand. Manchmal mit anderen, manchmal allein. Am Ende bleibt nichts mehr über, weil das Wasser sie wegspült.

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