Urlaub zum Entspannen mit kleinen Kindern

Wie soll das gehen? Die Kosten von Flügen sind ja schon Magengeschwürerzeugend für eine vierköpfige Familie. Dann Die Anreise, das Gepäck, die Frage, ob man ein gutes Hotel erwischt hat. Wie sind die Zimmer? Die Hygiene?

Tja, nicht unsere Kragenweite. In jeglicher Hinsicht. Wir müssen flexibel sein, spontan umplanen können und es muss ins Budget passen. Wieder kam die Frage von mir an den Mann, ob er sich das mit dem Campen nicht noch einmal überlegen möchte.

Während seiner Zeit bei der Jugendfeuerwehr sei er öfter Zelten gewesen und hat das eher schlecht in Erinnerung. Er hat mir das schon ein paar Mal erklärt, wenn ich das Thema angerissen hatte. Dieses Mal habe ich im Vorfeld recherchiert, was andere Eltern zum Zelten mit kleinen Kindern sagen. Und im Prinzip war eine gute Ausrüstung und ein familienfreundlicher Campingplatz das Entscheidende.

Ich erklärte also meinem Mann, was ich nun darüber dachte. Ich legte einige Eventualitäten auf den Tisch und hatte für die Probleme, die mein Mann aufkommen sah, schon einige Lösungen im Kopf. Und so starteten wir mit unserer Recherche, was wir alles benötigen würden, welche Kosten auf uns zukämen und, ob die Umsetzung für uns als machbar gesehen werden konnte.

Mittlerweile ist es komplett anders als noch vor einem Jahr, wenn man den Gendefekt unserer Tochter mit einbezieht. Wir haben ein gutes Gespür dafür entwickelt, wie wir schwierigere Situationen ganz gut meistern können. Und trotzdem ist einiges eher gewagt. Ein großer Punkt ist der Schlaf. Unsere Tochter ist eine schlechte Schläferin – nicht umsonst war ich Anfang August mit ihr im Schlaflabor – und wacht schnell auf. Manchmal geht es nur, wenn ich sie ins Tragetuch binde und nachts sitzend auf der Couch schlafe. Diese Lösung auf einem Campingplatz umzusetzen ist schon etwas schwieriger. Und trotzdem möchten wir den Kindern die Welt zeigen und schöne Erinnerungen schaffen.

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Letzten Endes habe ich ein bezahlbares Zelt gefunden. Alles andere organisierten wir aus den Saleverkäufen und einem Outlet Center in Stettin, nachdem wir uns Online für einige Produkte entschieden hatten.

Unsere Schlafsäcke, Innenschlafsäcke und Handtücher kauften wir bei Mountain Warehouse. Damit haben wir weit über die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises gespart, denn nicht nur das Outlet, sondern auch der Wechselkurs kamen uns Zugute. Den Schlafsack vom Räuber gab es bei Wiglo – der Kauf war eigentlich nicht geplant, bot sich allerdings so an.

Wir haben einen Abend zuvor den Entschluss gefasst, dass wir spontan für 3 Tage wegfahren, einen nahe gelegenen Campingplatz heraus gesucht und sind einfach mit Sack und Pack losgefahren. Dabei waren wir wirklich sehr minimalistisch aufgestellt. Für uns hätte es keinen Sinn gemacht die Ausstattung auf ein Maximum aufzustocken, um dann festzustellen, dass das total blöd ist.

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Tja, Zelt aufbauen. Mit zwei Kindern. Wovon sich eines immer auf dem Arm oder einer Tragehilfe befinden muss. Aber alle Sorgen waren völlig umsonst. Während wir schon routiniert das Zelt aufbauten, fuhr der Räuber durch die Pfützen vor unserem Platz und hatte dabei wirklich Spaß. Mir ging sofort das Herz auf und Kommentare von anderen Campern, die sich ebenfalls daran erfreuten, dass es toll für Kinder ist, machte mich stolz.

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Neben all den fiesen, unsozialen Einstellungen, denen ich fast täglich in der Umgebung, bei Ärzten und anderen erlebe, ist es doch toll auch Zuspruch dafür zu bekommen, dass wir den richtigen Weg der Erziehung in Beziehung gewählt haben. Hey, es ist nicht immer easy peasy. Man kommt auch an seine Grenzen. Aber wie soll es anders sein, wenn man so groß gezogen wurde, wie es die eigenen Eltern gemacht haben und man alte Muster durchbrechen muss? Eben. Ein Beweis von Stärke.

Das Zelt war aufgebaut und schon schauten wir uns um. Wir gingen zum See, studierten andere Zelte, Ausrüstung und andere Ideen der Mitcamper und schrieben gedanklich eine Liste, die wir den Winter über abarbeiten könnten.

Der erste Tag verging und ich war positiv gestimmt. Mein Mann war gespannt auf die Nacht und legte mir nahe, dass ich nicht ganz so euphorisch sein sollte. Tja, die Nacht war wirklich nicht so toll. Aber das ist auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Kinder in einer völlig ungewohnten Situation waren, völlig okay. Wir waren morgens dementsprechend ziemlich gerädert, starteten aber trotzdem gut in den Tag.

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Wir hatten einen Platz direkt am Spielplatz, sodass der Räuber zu jeder Zeit dorthin konnte, ohne, dass wir irgendetwas unterbrechen mussten. Leider damit verbunden auch dementsprechend mehr Trubel – sowohl durch andere Kinder als auch durch den Hauptweg, der vom Campingplatz führte. Beim nächsten mal treffen wir unsere Wahl etwas gescheiter.

Wir verbrachten unseren Tag in der Umgebung. Wir aßen ein Eis am Wasser. Und wir grillten auf dem Campingplatz. Die zweite Nacht war so klasse, dass ich ausgeschlafen vor den Kindern wach wurde. Nach dem Frühstück packten wir dann unsere Sachen zusammen, spielten Tetris im Kofferraum und fuhren mit einem guten Gefühl nach Hause.

Es hätten mehr Tage sein können und die Dinge, die wir vergessen hatten, hätten wir auch gern dabei gehabt. Dann wäre es ein toller Sommerurlaub in der Heimat geworden. Aber die Zeit ist immer so eine Sache.

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Fazit: Urlaub muss nicht immer nur dann gemütlich sein, wenn man ein 4-Sterne Hotel bucht und auf Kinderanimation besteht. Denn auch wir konnten sitzen und ruhen, uns unterhalten und die Athmosphäre genießen. Im Austausch mit anderen Campingeltern zu stehen, kann sehr bereichernd sein. Und im Endeffekt geht Probieren über Studieren. Meinen Mann konnte ich überzeugen. Mittlerweile träumt er von einem Camper 😉

Unsere Ausrüstung:

Skandika Copenhagen 6, Gaskocher, simple Luftmatratzen mit einfachen Isomatten darunter, Mountain Warehouse Summit 250, Gruezi Bag mitwachsend, Microfaser Badetuch Nabaiji von Decathlon, Stabelkisten, bereits vorhandene Campingstühle, Tapeziertisch als Campingtischersatz, Kabeltrommel für den Außenbereich, Schnur zum Wäsche aufhängen und der übliche Kleinkram wie Besteck, Geschirr usw. von daheim

Die Einfachheit ist befreiend. Das Leben ist leichter. Es ist kein Drama, dass man sich die Sanitäranlagen teilt und alle ziemlich verschlafen über den Platz schlürfen, ihr Geschirr zum Abwasch tragen und es Mittagsruhe und Nachtruhe gibt, die eingehalten werden müssen. Denn alles in allem wächst man zusammen und erlebt eine schöne, freie Zeit.

Beizeiten werde ich davon berichten wie zufrieden wir mit Zelt und Schlafsäcken sind und, ob wir Campingplätze für Familien empfehlen können. Das Bedarf allerdings einiger Praxistests und diese machen wir garantiert nicht im Winter 😉

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