Sonntags kann man auch tratschen, wenn man freitags keine Zeit hat

Dies liest sich mit einer Menge schwarzem Humor und Sarkasmus am besten. Mangelware der Gesellschaft. Dann klick bitte weiter. That’s me. Not you.

Freitag hätte ich wieder einen geilen #freitagsklatsch zu Tage bringen können. Aber: war ein langer Tag. Also ohne Mann. Und deshalb hatte ich keine Zeit. War Kinder bespaßen (lassen). Und shoppen. Eher zweckmäßig.

Äh, tja, Sommer??? An der Küste weht recht häufig eine steife Brise und wir frösteln auf dem Land – der Einöde – vor uns hin, während man in Rostock schön mauschelig warme Ecken findet und davon ausgehen kann, dass doch noch etwas Sommer über ist. Ich nörgel ja gern zu meinem Mann, wenn er sich über das Wetter mokiert, dass das eben die Klimaerwärmung ist und er nicht so viel pupsen sollte. Ändert aber nichts daran, dass die Kinder schuben und wachsen, weshalb Sweatshirts und Pullis gähnender Leere im Kleiderschrank wichen.

Leider bin ich viel zu früh dran und es herrscht in den Geschäften ebenso gähnende Leere wie bei uns. Nix da mit Herbstmode. Die einen oder anderen haben zwar schon Handschuhe aber kaum langärmelige Kleidung. Ich bin also fassungslos wieder abgezogen. Klar, ich hatte Kleidung im Gepäck – für den Räubi sogar wirklich klasse Prints. Aber glücklich war ich nicht. Stattdessen habe ich überlegt den SSV für den nächsten Sommer zu nutzen. Gab nämlich obergeile, reduzierte Shirts. Stand aber wieder vor dem Problem, dass es mega schwer abzuschätzen ist, wann die Mausi ein paar Zentimeter wächst. Von Mai zu letzter Woche von 69cm auf gut gemeinte 75cm. Ich kann mich nicht beschweren – hält die Kleidung länger. ABER ICH BIN DOCH EINER PLANERIN!!!

Dank Frust und Jahrestag für XYZ ging es dann nach Hamburg anstatt das olle Tor endlich fertig zu betonieren – bah ist das ein Elend! Hätte ich doch beim Kauf nur mehr aufgepasst. Folgt mir jemand auf Instagram? Dann einmal folgen, bitte. Es war CSD – wusste keiner. Kamen spontan vorbei und ich fand es ober mega geil! Waaah, ich vermisse es manchmal einfach zu tanzen, laute Musik, der Bass. Aber Kinder gehen vor. Und in ein paar Jahren kann ich mir dann auch Mal etwas gönnen – das ist ein großer Trost. Jedenfalls habe ich kurzen Input auf Insta dagelassen 😉

Waren wir also bei den Hamburger Sprotten und haben uns die Landungsbrücken angeguckt. Fragt Männe dreimal, ob ich mir wirklich sicher bin, dass wir keinen Buggy mitnehmen. Hat der Räubi doch nicht geschlafen. Ich so: Jaaaaha! Der läuft. Da ist er geduldig. Und, wenn nicht, dann tragen wir ihn. Nach wirklich kurzer Zeit – wir waren noch in der Speicherstadt, war er dann kaputt. Aber er lief trotzdem. Und ich ganz langsam neben ihm her. Nicht zerrend. Manchmal haben wir ein Spiel daraus gemacht. Dann ging es schon etwas flotter. Wir haben uns eine kurze Pause auf Aladdin (Wassertaxi) gegönnt und sind mit der S-Bahn dann in die Nähe des parkenden Autos wieder zurück gefahren. Zwischendurch kam der Räubi ins Buzzidil auf meinen Rücken und die Mausi – weil: Papa ist ja nie gut genug *nervtötend* – auf Mama’s Arm. Das war wohl wieder ein Anblick – Baby und Kleinkind auf Muddern, Vaddi trug Kamera und die schwere Lässig Wickeltasche. Da verschlug es so manch einem Passanten tatsächlich die Sprache, wenn wir ihre Wege kreuzten. Die beiden giggelten nämlich vor sich hin und hatten mächtig Spaß. Muddern war hingegen fix k.o.

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Kurze Stärkung im Europacenter und dann ging es zurück zum Auto. Vorbei an Auslagen mit schicksten Lamy Füllfederhaltern und Kugelschreibern. Mein Herz schrie: Kauf es. KAUF ES! Und mein Geldbeutel ermahnte mich, dass ich einiges an Kleidung im Gepäck hatte und noch der Filofax in A4 auf der Wunschliste steht. OMG. Dauert noch bis Geburtstag und Weihnachten vor der Türe stehen, auch, wenn der Lebkuchen in den Einkaufsläden etwas anderes vermittelt.

Ich war ewig nicht mehr in Hamburg. Und ich habe neue Ecken kennen gelernt. Fand ich toll. Trotzdem ist die Berlinsehnsucht noch da. Ich mag das Leben auf den Straßen. Das wurde mir in letzter Zeit erst bewusst. Der Platz in der Einöde hier ist für die Kinder mega klasse. Aber dieses Leben … es ist einfach viel zu öde. Und so mega ungeregelt. Ich mochte und mag es wieder, dass die Stadt zeitig Feierabend macht und man abends auf Rasen mähen verzichten darf. Dafür habe ich den Duft von frisch gemähtem Rasen morgens auf dem Weg zur Arbeit geliebt. Und ich vermisse es. Ich vermisse es dann unterwegs zu sein, wenn alles so allmählich aus dem Schlaf erwacht und man dabei zugucken kann. Hier weiß ich ganz genau, wann Rush Hour ist. Morgens und abends. Zweimal am Tag. Und danach geht privates Gemöhle weiter. Nix mit: chill mal. Gibt es in der City aber immer. Keine Wohnungsgenossenschaft kommt abends auf die Idee zu bauen, wenn man selbst Feierabend hat (oder haben will, im Falle vom Eltern sein). Ich frage mich ganz oft wie viel dieser ganze Platz aufwiegen kann, wenn man selbst nicht zur Ruhe kommt. Ruhe im Sinne von ankommen. Sich erden.

Klar, es kann an diesem mega anstrengendem Alter der Kinder liegen. Sind doch die ersten 3 Jahre eines Kindes eine wahre Bewährungsprobe für die Beziehung der Eltern. Eine Dreifachbelastung (Haus, Kind, Arbeit) ist dann der quer sitzende Furz am Abend, den andere mit etwas anderem aus dem Darm schütteln, während andere sich stundenlang mit Bauchweh quälen.

Aber hey, es ist trotzdem klasse! Wenn man den Rest einen Augenblick vergisst. Zum Beispiel, dass die eine den ganzen Tag am Fenster klebt, der andere seinen Hals reckt und streckt und eine weitere so locker flockig in schmerzhafter Hörweite tratscht. Boink! – sag ich immer zu den Grottenolmen, wenn sie sich irgendwo gestoßen haben. Ist im Prinzip dasselbe. Eben nur mit unsichtbaren, blauen Flecken. Machen aber auch Krebs.

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