bewusster Leben – Was die Haare brauchen

Haare – das ist für mich persönlich ein ziemlich lästiges Thema. Mit zwei Kindern unter 3 sind sie eigentlich immer im Weg. Sie wehen ins Gesicht, sie werden von kleinen Händen ergriffen und heraus gerissen, sie hängen im Mund. In der ersten Schwangerschaft hatte ich die Anwandlung von jetzt auf gleich die Haare abschneiden zu lassen. Und so reduzierte sich eine beachtliche Haarlänge auf Kinnhöhe.

Danach kam ich viel zu unregelmäßig und selten zum Friseur. Friseur. Das ist auch so ein heikles Thema. Bei meinen etlichen Besuchen und den Geldsummen ist es traurig, dass ein einziges Mal meine Haare so geschnitten und gefärbt wurden, wie ich es mir vorgestellt habe. Alle anderen Besuche endeten damit, dass ich mir vornahm nie wieder zum Friseur zu gehen, weil ich mir die Haare auch selbst so beschissen schneiden kann. Verzeiht mir meine Ausdrucksweise – oder auch nicht – wenn ich über 100€ bei einem Friseurbesuch lasse, dann erwarte ich, dass meine Haare nicht wie abgefressen aussehen. Grundsätzlich lasse ich sie mir nicht einmal mehr frisieren. Auch das gelingt so gut wie nie und ich gebe mich dann einfach mit dem Altbewährten zufrieden.

Nun, mein letzter Friseurbesuch ist ein Jahr und 4 Monate her. Zwischendurch habe ich mir die Spitzen zweimal selbst geschnitten. Beim letzten Mal habe ich die Länge auch um gute 6cm gekürzt. Seit dem 10.06.2017 verwende ich kein Shampoo mehr. Auch die herkömmliche Spülung aus der Drogerie wird verschmäht.

Hintergrund dessen ist, dass ich Verpackungsmüll weitestgehend vermeiden möchte – insbesondere Plastik. Speziell auf Drogerieprodukte bezogen möchte ich chemische Inhaltsstoffe auf ein Minimum bis gar nicht reduzieren.

Ich habe bereits einige Alternativen getestet. Unter anderem Roggenmehl. Das wird mit ein wenig warmen Wasser zur gewünschten Konsistenz vermengt und auf die nassen Haare aufgetragen. Ich finde es dabei absolut nicht toll, dass sich die Pampe schwer aus den Haaren auswaschen lässt und es im Nachhinein aufwendig ausgebürstet werden muss. Ich habe es einige Male mit und ohne Essigrinse im Nachgang getestet und fand beides ziemlich furchtbar, weil sich die Haare trotz guter Bürste und ausgiebigen bürsten sehr fettig anfühlen und größtenteils auch so aussehen.

Danach habe ich es ohne Roggenmehl und nur mit Essigrinse versucht. Diese mische ich mit 2-3 Esslöffel Apfelessig auf einen halben Liter duschtemperiertes Wasser an. Das klappte schon einmal ganz gut. Der Essiggeruch ist nach dem Ausspülen und Trocknen auch nicht so schlimm wie ich anfangs befürchtet hatte.

Etwas schwieriger finde ich es mit herkömmlicher Seife. Es gibt Seifen, die extrem nachfetten. Gleichzeitig ist mein Anspruch an das Produkt, dass es kein Palmöl enthält. In den Standarddrogeriemärkten wird man da schon einmal nicht fündig. Natürlich kann man spezielle Haarseifen bestellen. Es gibt auch einige Anlaufstellen, die so wenig Verpackung wie möglich für den Versand verwenden – diese muss ich mir allerdings erst noch anschauen. Derzeit brauche ich die Seifenstücke auf, die ich sonst immer zwischen der Wäsche liegen hatte. Da ist die Rückfettung okay. Allerdings muss ich wirklich gründlich die Haare ausspülen und eine Essigrinse verwenden. Die Essigrinse ersetzt übrigens die herkömmliche Spülung und ich finde das Ergebnis klasse.

Einige Male habe ich auch auf alles verzichtet und nur Wasser zum Haare waschen verwendet. Auch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Absolut wichtig ist allerdings das Bürsten. Früher sagte man, dass man seine Haare gut pflegt, wenn man 100 Bürstenstriche vom Ansatz bis zu den Spitzen macht. Das kann ich bestätigen. Meine Haare fetten am Ansatz zu sehr und sind dann an den Spitzen sehr trocken. Seitdem ich die Produkte so stark reduziert habe, fühlen sich meine Haare weich an. Ich kriege wieder Wellen, wenn ich sie an der Luft trocknen lasse.

So richtig zufrieden bin ich allerdings noch nicht. Ich denke, dass ich noch einige Varianten, eventuell auch eine Haarseife ausprobieren werde. Und sicherlich berichte ich dann davon.

Im übrigen klingt dies schon sehr ökologisch. Das mögen die meisten absolut nicht. Es muss unbedingt das xte Einhornduschgel sein oder wirklich penetrant aufdringliches Parfüm. Aber fühlt man sich auch im Falle einer Krebsdiagnose wohl, wenn man sich mit all der Chemie umgibt? Ich denke, dass ganz oft weniger so viel mehr sein kann. Nämlich ein paar Tage mehr Leben. Ein paar Tage mehr Gesundheit. Schöne Landschaftsbilder im Urlaub ohne Müll.  Dazu habe ich für euch von meinem Berlintripp ein typisches Stadtbild mitgebracht: ein abgerockter, einfach stehen gelassener Kinderwagen. Mit ein wenig mehr Umsicht hätte er sicherlich länger gehalten. Und fachgerecht entsorgt, müsste er dort nicht umher gammeln. So ist das mit allem. Haltet doch einfach die Augen offen.

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