Hilf mir, mir selbst zu helfen

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist das ein Leitsatz der Montessoripädagogik. Im Prinzip gestaltet man die Umgebung des Kindes so, dass es weitestgehend selbstständig den Alltag bewältigen kann – im Rahmen des Machbaren bezüglich der Altersstufe. Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

Was ich schon immer toll fand und recht zügig umgesetzt habe: die Kinder haben ihren eigenen Schrank für Besteck und Geschirr. Dort habe ich ihnen ihr Kindergeschirr, verschiedene Becher und ihr Besteck bereit gestellt, damit sie sich selbst bedienen können. Gerade auch das geliebte Tisch decken ist dadurch viel einfacher. Derzeit versuche ich, dass wir für den Räubi die auslaufsicheren Flaschen weglassen, indem er sich einen Becher holt und ich diesen fülle. Ich möchte allerdings Becher und Trinken in erreichbarer Höhe bereit stellen für die Selbstbedienung.

Nun habe ich einen elendig langen Arbeitstag des Mannes und einen ganz miesen Motztag der Mausi genutzt, sie auf den Rücken geschnallt und Möbel gerückt. Das Wohnzimmer ist gefühlt alle 3 Monate das Opfer. So war es auch dieses Mal. Die Kinder sind etwas älter geworden und die Bedürfnisse haben sich geändert.

Ein Teil der Pädagogik besteht darin, dass Spielsachen in erreichbarer Höhe deponiert werden. Dazu sollten offene und flache Regale verwendet werden. Das Spielzeug kann in Körben verstaut werden.

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Das Kallax, was wir für die Mausi gekauft hatten, kam nun anstelle einer großen Kommode, die ich kurzerhand in einen anderen Raum verfrachtete, zu einem anderen Einsatz. Der Jahreszeitentisch zog vom Fensterbrett auf das Kallax. Daneben kamen Papier und Stifte – immer bereit zum Malen. Bisher hatte ich diese Sachen nur heraus gegeben, wenn ich direkt daneben sitzen konnte, weil ich angemalte Möbel oder Wände inakzeptabel finde. Nun stand es eine Weile auf dem Küchentisch und klappte wirklich super.

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Jetzt sortiere ich nach und nach das Spielzeug durch. Da komm8t ja immer wieder einiges zusammen, was man irgendwie nicht so gern im Sammelsorium haben möchte. Inhalt von Ü-Eiern ist auch nicht mehr das, was es früher einmal war. Nach und nach werden einige Körbe einziehen – so schön Geflochtene. Habe ich zu Teenagerzeiten gern gemacht. Haltbarkeit, Haptik und Präsentation – zum Spielen motivierend.

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Mittlerweile haben wir wirklich vieeeeele Kinderbücher. Ich weiß gar nicht wie sich so viel ansammeln konnte. Aber irgendwie wandert immer eins in den Einkaufswagen, wenn sie reduziert sind. Die meisten nehme ich bei einem Bummel von Thalia mit. Das drücke ich dem Räubi dann in die Hand, damit er weniger frustriert über diesen für ihn sinnlosen Zeitvertreib ist. Bei drei Kindern hat sich schnell ein Berg angesammelt. Nun zog vor einiger Zeit ein Bücherregal für die Kinder ein. Endlich stehen sie nicht mehr in der Kommode und geraten in Vergessenheit.

Das ist übrigens ein entscheidender Punkt, der mich zu diesem Umräumen angetrieben hat. Das Spielzeug lag bisher in Kisten, die in die Regale passen. Der Räubi vergisst das Spielzeug dann allerdings. Nur die aufgebauten Sachen werden bespielt. Sobald diese aber wieder abgebaut werden, damit ich saugen kann, geraten sie wieder in Vergessenheit. Ich finde es unglaublich schade, dass er auf meine Initiative angewiesen ist, dass ich ihn daran erinnere, das die Schienen nicht zum Versauern in der Kiste gedacht sind, sondern mit Zügen und Autos befahren werden können.

Großes Projekt, welches nun in Arbeit ist: ein Waschtisch für die Kinder. Zu erreichen ohne Hocker. Mit eigener Seife, Fingerbürste und Wasserkrug. Ich habe noch einen schönen Spiegel mit Holzrahmen, der auch schon mehr als 10 Jahre auf dem Buckel und so einige Umzüge überstanden hat. Nun bin ich gespannt wie der Räuber das annimmt. Vielleicht können wir uns damit große Wasserpanscherei sparen. Jedenfalls finde ich es erleichternd, wenn er sich selbst die Hände waschen kann ohne Gefahr zu laufen vom Hocker zu fallen, ewig Wasser laufen zu lassen und sich darüber zu freuen, dass er etwas alleine kann.

Gibt es von euch noch Anregungen?

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